Die kürzesten Etappen sind oft die längsten!

War die leicht säuerliche Aussage von Jakob, als er feststellte, dass wir für eine unserer kürzesten Etappen genauso lang Zeit brauchen wie für die bisher längsten. Der Abschnitt zwischen Vorderriß und Wallgau gehört nun auch nicht zu den landschaftlichen Höhepunkten. Zumeist geht man auf einiger Höhe und entfernt von der Isar.

Nur selten ist man nah dran.

Hier kommt der Rißbach in die Isar oder besser der Kies, den der Bach, wenn er denn mal da ist, so mit sich bringt.
Sowas war selten.

Meistens eher in lichtem Bergwald auf grausig geschottertem Forstweg.

So verging der Tag zäh. Um direkt im Flußbett zu gehen, fehlt uns Erfahrung, Ortskenntnis und Ausdauer. Die Aussicht auf längere Umwege hielt unsere Abenteuerlust in Schach. Wenngleich es sehr reizvoll gewesen wäre.

So kamen wir schließlich nach Wallgau, wo wir uns die am weitesten abgelegene Pension ausgesucht hatten. Nur soviel: nein Magdalena Neuner haben wir nicht getroffen. aber ihre Oma. Und:

Das Schönste an Wallgau ist die Aussicht, am nächsten Morgen wieder weitergehen zu können (genau in die Richtung).

Wir haben ein Paradebeispiel an borniertem Hotelier erlebt. Grauenhaft. Seine Frau versuchte dann mit übertriebener Herzlichkeit wieder alles gut zu machen – aussichtslos. So bleibt von Wallgau ein schaler Geschmack: Mia San Mia – und mia san von vorgestern.

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