Markanter Begleiter. Die Isaretappe von Landshut nach Dingolfing

8.September, frühmorgens.

Der Hauptbahnhof hat sich verändert. Ein bedrückendes Bild. Wir sehen müde, erschöpfte Gesichter. Die normale Routine eines Werktagmorgens, an dem die Regionalzüge fast minütlich hunderte Pendler ausspucken, ist gebrochen. Der ganze Starnberger Bahnhofsflügel ist abgesperrt. Viele Menschen mit neonfarbenen Westen, viele Bundespolizisten. Schauen auch alle sehr müde. Die abstrakten Zahlen, die man ungläubig in den Nachrichten hört, werden hier greifbar.

Wir nehmen den Alex Richtung Regensburg. Vorbei an unseren ersten Etappen zur Mündung: Garching, Freising, Moosburg. Nach gut 40 Minuten steigen wir in Landshut aus. Recht verständnislos bringt uns eine Taxifahrerin  – „Wissen’s, wir Taxifahrer sind ja eher fußfaul“ – zur Einstiegsstelle. Flusskilometer 66,6. Der Begleiter für die nächsten Stunden kündet schönes Wetter an. Weisser Wasserdampf schießt kerzengerade in den Himmel. Die Taxlerin: „Es war ja grad Revision, jetzt ham’s es wieder hochgfahrn. Wenn der Dampf so auffisteigt, bleibt’s schee“. Mit den richtigen Fotofiltern wird die Szenerie gebührend dramatisch:

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Anglerparadies KKW Isar1/2. Moddrig und träge  – so gar nicht die Isar, die wir vom Oberlauf kennen – präsentiert sich der Fluss hier. Immer wieder wird ihr die Kraft entzogen. Die Angler freut’s, auch bei Niedrigwasser.

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Wir laufen auf dem Deich. Alle hundert Meter ein Hinweisschild. Gründlich!

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Erst als wir wirklich nahe dran sind, wird das Ausmaß des KKWs ersichtlich. Zu hören ist nur das Rauschen des Wasserdampfs aus dem 165 Meter hohen Kühlturm. Ich wusste nicht, dass 25% vom Block 2 den Stadtwerken München gehören.“Der Block Isar 2 war in den Jahren 1994, 1999 bis 2004, 2006, 2011 und 2013 bezüglich der produzierten Gesamtenergiemenge der Kernkraftwerksblock mit der höchsten Jahresproduktion weltweit.“ Aha.

Wir laufen weiter. Die bisher ödeste Etappe, meist geht es auf dem Damm entlang. Die Angler unterwegs sind maulfaule Stoffel.

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Wie ihr Fang:

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Nach 20 km kommen wir zum Dingolfinger Stausee. Das BMW Werk lugt aus der Ferne hervor, doch viel markanter ist das Develey Hochregallager. Nur noch 5 km. Bei Niedrigwasser sieht man besonders, wie hässlich Stauseen sind.

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An der letzten Staumauer für heute vorbei, noch auf staubigen Feldwegen endlich zum Ort: ein „expert“, ein super Einkaufszentrum, ein Riesen Kaufland: Standard Peripherie also. Dafür entschädigt der Ortskern. Schön ist’s in Dingolfing.

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